Aktuelle Nachrichten: Entwicklung des Weinbaus in Zukunft

Während die Österreicher viel auf traditionelle Sorten setzen, beschäftigt man sich aber auch mit der Veredlung und Neuentwicklung von Weinsorten. Veränderungen gab es zum Beispiel bei der Anbaufläche für Müller Thurgau: Während diese Weinsorte vor zwanzig Jahren noch zu den beliebtesten gehörte, gibt es heute nur noch Randflächen mit Müller Thurgau. Diese Entwicklung hängt auch mit den Wachstumsbedingungen zusammen. Winzer legen heute Wert auf Nässebeständigkeit. Lockerbeerige Weintraubensorten stecken Nässe besser weg als eng angesetzte Trauben. Allerdings ist auch das Klonen im Weinbau ein Thema: Verholzte Triebe können im Weinbauzuchtbetrieb gekauft werden, um die eigenen Rebstöcke damit zu veredeln. Das Ganze funktioniert bei den gängigen Hauptsorten, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Ein anderer Trend im Weinbau sind Piwis, Sorten die Pilzwiderstandskraft haben. Das ist besonders attraktiv für den Biowein, der nicht gespritzt werden darf. Neue Sorten ernten aber noch etwas Skepsis bei den Kunden. Die neuen Sorten haben wohlklingende Namen wie Muscaris, Souvignier gris und Solaris. Der Ertrag dieser Sorten ist stark. In der Steiermark werden noch immer traditionelle Sorten wie Welschriesling, Weißburgunder und Blauer Wildbacher angebaut. Der Anbau des Zweigelt ist nicht mehr so stark. Dafür ist die Sorte Sauvignon die wichtigste Rebe in der Steiermark. Auch der Muskateller erfreut sich großer Beliebtheit.

Als Umstellungsprozess im österreichischen Weinanbau ist an einen vermehrten Rotweinanbau zu denken. Die Ernte während der Nacht wäre eine denkbare Produktionsumstellung, die den Prozess der Gärung entschleunigt.

Eine ganz neue Idee für Nachwuchswinzer ist der Kauf eines ganzen Dorfes in Italien: Dort kann man ein Dorf mit Bauernhäusern, Weinbergen und Olivenhainen kaufen. Für junge Winzer oder erfahrene Winzer, die sich noch einmal umorientieren möchten und in den Chianti-Anbau einsteigen möchten, ist dies sicher eine attraktive Option. Das Areal umfasst 15 Hektar. 6.3 Hektar der Fläche sind mit Bioweinstöcken höchsten italienischen Standards bepflanzt. Es gehören Wohnhäuser und Bauernhäuser sowie Restaurants zum Kauf des Dorfs in der Toskana.