Die Geschichte des Weinbaus in Europa geht tausende Jahre zurück. Die ersten Aufzeichnungen über Wein gab es 3500 Jahre vor Christi Geburt. Der erste Wein wuchs auf Wildreben und wurde mit Hefe vergoren. Es entstand der klassische Hefewein. Dort, wo regelmäßig Wein wuchs, da wurde auch zügig eine Weinproduktion aufgenommen.

Schon bei den Ägyptern gab es Wandmalereien in Gräbern und Tempeln zum Weinbau. Sie hatten auch einen Schutzgeist mit dem Namen Seha, der den Weinbau schützte. In Griechenland begann die erste Weinproduktion 1500 vor Christi, was Funde von Tonkrügen belegen. Problematisch beim historischen Weinanbau war, dass er häufig zugunsten von Getreide angebaut wurde. Das heißt das Getreide für die Bevölkerung wurde knapp und musste zugekauft werden. In Europa verbreiteten die Römer den Wein. In Deutschland wurde er erst auf der linken Rheinseite angebaut.

Pipin, der König der Franken, verlieh Rechte für Weinberge und Weinanbauflächen. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits hunderte von Weinorten, im Rheingau begann der Weinbau aber erst unter Karl dem Großen. Die Weinreben standen unter besonderem Schutz und durften nicht von Fremden zerstört werden.

Zwischen Südbayern und dem Voralpenland war damals ein reines Weingebiet. Auch in Niederbayern bis Nürnberg und Bamberg breitete sich der Weinanbau aus.

In Mitteldeutschland förderten Kirchen und Fürsten den Weinanbau seit dem 9. Jahrhundert bis ins 15. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert hatte der Weinanbau seine größte Ausprägung in Deutschland. Wein war damals ein sehr beliebtes Getränk. Die Alternativen, wie Tee und Kaffee, kamen erst später auf. In früheren Zeiten war es durchaus üblich, schwächeren Trauben noch Zucker und Zitronensäure zuzusetzen. Es gab sogar eine Mixtur, die dem Wein Blei zusetzte.

Das Besondere am Wein ist, dass mit ihm viel Kulturentwicklung verbunden ist. Er wurde schon damals als Getränk der Götter angesehen. Der griechische Gott Dionysos und der römische Gott Bacchus sind als Götter des Weines bekannt. Die Verbindung aus Wein und Religion ist unter den Christen weit verbreitet.